Fainè sassarese con cipolle e salsiccia sarda – Focaccia aus Kichererbsenmehl mit Zwiebeln und Wurst

Diese Focaccia aus dem Mehl der Kichererbsen ist einfach zuzubereiten und sehr lecker.

Die aus Genua stammende und vor allem in Ligurien beliebte „Farinata di ceci“ heißt in Sardinien Fainè. Sie ist eine Art Focaccia oder Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl. Die Fainè ist in Sardinien eine sehr lokale Spezialität, die nur im Norden der Insel verbreitet ist, vor allem in Sassari, Porto Torres und Alghero.

Das Gericht kam wahrscheinlich während der Herrschaft der Genueser auf der Insel, also schon im späten Mittelalter. Mit der Fainè sassarese (und der Fainè algherese, bei der gehacktes Rosmarin dazu gegeben wird) hat sich über die Jahrhunderte eine eigenständige Ausprägung der ligurischen Farinata entwickelt. Sie wird in Sassari heute geradezu zelebriert. Berühmt ist zum Beispiel das Lokal „Fainè alla Genovese Cossu“ (siehe Video unten), das seit Jahren diese leckere Focaccia aus Kichererbsenmehl in verschiedene Varianten (pur oder mit weiteren Zutaten) anbietet.

Die klassische Version ist die einfache Fainè, die nur aus Kichererbsenmehl, Wasser, etwas Salz und Olivenöl gemacht wird.

Oft wird auf die einfache Fainè nach dem Backen noch frisch gemahlener schwarzer Pfeffer gegeben. Man kann aber auch andere Zutaten wie zum Beispiel Gemüse, Käse, Wurst etc. dazu geben. In Sardinien haben sich vor allem die Varianten mit Zwiebeln und/oder mit Salsiccia sarda herausgebildet. Das folgende Rezept beschreibt die Zubereitung der besonders reichhaltigen Variante mit Zwiebeln und sardischer Wurst.

Zutaten (für 2-3 Personen als Hauptgericht oder 6-8 Personen als Vorspeise)
  • 200 g Kichererbsenmehl (Farina di Ceci)
  • 500 ml Wasser
  • ½ Tl (ca. 5 g) Meersalz (bei Steinsalz etwas weniger)
  • ca. 5 cl Olivenöl
  • 2 kleine Zwiebeln (oder 1 größere)
  • Salsiccia sarda secca (luftgetrocknete sardische Wurst), nach Belieben
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle (optional)

 

Zubereitung
  • Wasser und Salz in eine Schüssel geben. Das Kichererbsenmehl nach und nach mit dem Schneebesen in das Wasser einrühren und alles glatt rühren bis keine Klümpchen mehr im Teig sind. Den Teig mit Klarsichtfolie abdecken und für mindestens 4, besser 5-6 Stunden an einem kühlen Ort ruhen lassen.
  • Den Backofen auf 230 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Zwiebeln in dünne Streifen (halbe Ringe), die Wurst in Scheiben schneiden. Den Schaum, der sich auf dem Teig gebildet hat, vorsichtig abschöpfen, und den Teig nochmals durchrühren.
  • Ein Backblech mit hohem Rand (max. ca. 40 ca. 30 cm groß, z.B. die Saftpfanne des Backofens) oder mehrere kleinere Backformen (z.B. Pizzaform) mit Backpapier auslegen (bei Formen mit Antihaftbeschichtung nicht nötig). Zunächst reichlich Olivenöl und dann den Teig auf das Blech gießen. Die Teigschicht sollte, je nachdem wie kross die Fainè nachher sein soll, zwischen 0,5 und 1 cm dick sein.
  • Die Zwiebel auf dem Teig verteilen und alles mit einem Teigspachtel oder einer Gabel vorsichtig vermischen, damit sich Teig, Zwiebeln und Öl gleichmäßig verbinden. Danach die Wurstscheiben auf dem Teig verteilen.
  • Das Blech auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Backtofen geben und dort ca. 25 Minuten garen bis sich eine goldbraune Kruste gebildet hat. Die Garzeit ist umso länger (bis zu 40 Minuten) je dicker die Teigschicht ist.
  • Die fertige Fainè aus dem Ofen nehmen und wie eine Pizza in Stücke oder breite Streifen schneiden, heiß servieren.

 

Zubereitung in Bildern

 

Varianten
  • Wenn man die Grundvariante, also die ohne Zwiebeln und/oder Wurst, zubereitet, kann vor dem Servieren noch etwas frisch gemahlener Pfeffer über die Fainè gegeben werden.
  • In Alghero wird bei Grundvariante oft noch klein gehacktes Rosmarin in den Teig gegeben.

 

Interessantes Video

Dieses kurze Video erzählt von einem Besuch im berühmten Lokal Fainè alla Genovese Sassu in Sassari und zeigt dabei auch die Zubereitung. Es ist 2,5  Minuten lang und in Spanisch. Aber man versteht den Film auch gut, ohne die Sprache zu sprechen.

 

Text und Bilder: Hans-Peter Bröckerhoff

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