Michela Murgia getroffen und Interview vereinbart – HPs sardisch-kulinarisches Tagebuch, Mai 2017

PERSÖNLICHE ERLEBNISSE UND GEDANKEN DES HERAUSGEBERS DIESER WEBSITE HANS-PETER (HP) BRÖCKERHOFF

 

Dieses Mal geht es um …

  • die Weiterentwicklung des Rezeptbereichs auf der Website ,
  • das  erste „richtige“ Werbebanner,   
  • Kochen mit Kindern – Zubereitung von „Bombas“ (sardische Fleischbällchen),
  • eine Begegnung mit der Schriftstellerin Michela Murgia,
  • eine Ausschreibung zur Kommunikation über die sardische kulinarische Welt auch auf Deutsch,
  • und die Rekord-Zugriffszahlen auf die Website im Mai.

 

5. Mai

Nicht mehr nur „traditionelle“ Rezepte

Das große Angebot der Fischabteilung bei der Metro zieht mich immer magisch an und verführt mich regelmässig dazu, mehr leckere Sachen aus dem Meer einzukaufen, als ich in dem Moment eigentlich brauche. So auch heute wieder. Eigentlich hatte ich fürs Wochenende genug Fischiges im Einkaufswagen. Aber da gab’s noch Seeteufel (italienisch: Rana pescatrice oder Coda di rospo) im Angebot …. und schon hatte ich eine Idee für ein neues Rezept für die Website.

Die Zutaten für Seeteufel alla catalana (nach den Vorbereitungen)

Auf Sardinien hatte ich schon mehrer Male in Restaurants Seeteufel „alla catalana“ (mit frischen Tomaten und Zwiebeln) als Vorspeise serviert bekommen. Eigentlich gehört die Zubereitungsart „alla catalana“, die aus Alghero kommt, zur Languste. Mittlerweile jedoch ist Aragosta (Languste) auch auf Sardinien sehr teuer, vielleicht wird deswegen Seeteufel, dessen gekochtes Fleisch ähnlich weiß und fest ist wie das der Languste oder des Hummers, als Ersatz für Languste serviert. Ich habe es heute ausprobiert. Das Gericht schmeckt, wie aus Sardinien in Erinnerung, sehr gut.

Nun hatte ich ein kleines Problem. Sollte ich es, obwohl es im eigentlichen Sinne kein traditionelles sardischen Gericht ist, auf die Website stellen? Dafür sprach, dass es um eine traditionelle Zubereitungsart geht und dass das Gericht zurzeit auf der Insel nicht nur als einmalige Kreation eines Chefkochs, sondern häufig und in verschiedenen Restaurants angeboten wird. Dagegen sprach, dass ich den Rezepte-Bereich auf der Website mit „traditionelle Rezepte“ überschrieben hatte. Die Lösung war, das Rezept einzustellen und zugleich die Überschrift des Bereichs in „Sardische Rezepte“ umzuwandeln und durch ein kleines Vorwort den Nutzern zu erklären, dass es ab sofort hier jetzt traditionelle und neue Rezepte geben wird.

Hier das kleine Vorwort: „Hier finden Sie nach und nach mehr Rezepte aus Sardinien. Die meisten sind traditionelle Rezepte, die sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickelt haben und so (oder mit Varianten) in den Familien gekocht wurden und werden. Teilweise sind hier auch Rezepte zu finden, die entweder erst in neuerer Zeit entstanden sind und sich verbreitet haben oder die als innovative und kreative Neuschöpfungen von sardischen Köchen entwickelt wurden. Wenn es sich nicht um traditionelle Rezepte handelt, wird dies bei den Rezepten vermerkt.“

 

8. Mai

Erstes „richtiges“ Werbebanner gegen Bezahlung

Heute habe ich das erste „richtige“ Werbebanner auf www.sardinien-auf-den-tisch.eu verkauft – es wirbt (oberhalb der Startseite) für einen neuen Online-Shop mit sardischen Produkten. Die bisherigen Banner waren entweder unbezahlte Tests oder Google-Werbebanner, die alles Mögliche bewerben, aber nicht unbedingt etwas mit dem Thema „kulinarische Welt Sardiniens“ zu tun haben. Ich hoffe, dass dieses erste bezahlte Banner Schule machen wird. Die Betreuung einer solchen journalistischen Website ist aufwändig und jede Refinanzierung hilft, die Seite noch besser zu machen.

 

12. Mai

Mit Kindern kochen macht besonderen Spaß

Heute hat meine Enkelin Julia bei der Zubereitung der Bombas, der sardischen Fleischbällchen in Tomatensoße, geholfen, was uns beiden großen Spaß gemacht hat. Die Bombas eignen sich sehr gut zum Kochen mit Kindern, einmal weil der Name selbst für Kinder schon interessant ist und zum anderen, weil das Gericht fast allen Kindern gut schmeckt. Und das zuzubereiten, was einem gut schmeckt, macht doppelt Spaß. So konnte ich mich bei der Zubereitung aufs fotografieren konzentrieren und das Rezept findet endlich (wie oft habe ich das schon gekocht!) seinen Weg auf die Website.

Fleischbällchen rollen …

 

13. Mai

Interview mit der Schriftstellerin Michela Murgia vereinbart

Heute hat Michela Murgia, die zurzeit bekannteste und international erfolgreichste sardische Schriftstellerin bei Hugendubel in Frankfurt gelesen. Es geht in ihrem neuen Roman „Chirú“ nicht um die sardische Küche, sondern um eine Geschichte, in der eine Frau Ende 30 die Mutterrolle für einen achtzehnjährigen Mann übernimmt und in der das archaische und das moderne Sardinien aufeinander treffen. Murgia hat aber auch schon über die sardische Küche geschrieben. In ihrem sehr lesenswerten Büchlein „Elf Wege über eine Insel“ (Wagenbach 2012) gibt es ein Kapitel über das Essen auf Sardinien. Daraus habe ich in meinem eigenen, leider zurzeit ausverkauften, sardischen Kochbuch zitiert. Denn die Schriftstellerin drückt mit so starken Worten aus, was das Typische an der sardische Küche ist, dass ich nicht anders konnte, als das meinen Lesern auch zugänglich zu machen. Hier eine Kostprobe: „Die wirklich typischen Dinge eines Ortes sind die, die die Leute zu Hause für sich kochen. Bis vor sechzig Jahren war auf Sardinien, wie in allen anderen landwirtschaftlich geprägten Wirtschaftssystemen, das Typische vor allem der Hunger, der mit einfachen und ärmlichen Gerichten besänftigt wurde, auf Basis von Gemüse und sehr viel seltener mit Delikatessen wie Fisch, Fleisch und Süßigkeiten, die heute das tägliche Menü von Restaurants und Agriturismi bestimmen. Ein Überbleibsel dieser Erinnerung an den Hunger ist sicher die Gewohnheit, jetzt, wo die Möglichkeit da ist, überproportional viel Essen auf den Tisch zu bringen, wie es die sardischen Hausfrauen tun, nach dem Motto: Meglio che ne avanzi piuttosto che ne manchi (Lieber zu viel als zu wenig).“

Nach der Lesung habe ich Michela Murgia, die in Cabras, meiner heutigen Zweitheimat, geboren und aufgewachsen ist, angesprochen und mit ihr vereinbart, dass wir im Sommer versuchen, auf Sardinien einen Termin für ein Interview zu finden. Ich hoffe, dass das klappt, denn dann kann ich mit einer sehr berufenen Gesprächspartnerin über die authentische sardische Küche sprechen.

Übrigens haben wir bei unserem kleinen Gespräch auch festgestellt, dass Murgia in der Nachbarschaft unseres Hauses in Cabras aufgewachsen ist, sie aber, als wir das Haus kauften, bereits nach Cagliari gezogen war. Wie klein doch die Welt ist!

 

30. Mai

Ausschreibung zu sieben Veranstaltungen über die kulinarische Welt Sardiniens

Ich habe heute lange mit dem Chef einer Kommunikations-Agentur in Cagliari geskypt. Gestern ist eine Ausschreibung der sardischen Landesregierung für die kommunikative Begleitung von sieben Veranstaltungen, auf denen die Produkte, die Küche und die gesamte kulinarische Welt Sardiniens der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen, veröffentlicht worden. Da dabei auch deutschsprachige Journalisten, Touristikfachleute und Einkäufer sardischer landwirtschaftlicher Produkte betreut werden müssen, wurde ich als Kenner der sardischen Küche und kulinarischen Welt angefragt, diese Aufgabe übernehmen. Die Bewerbung muss schon nächsten Montag eingereicht werden. Es ist jetzt also schnell und viel vorzubereiten. Wir wollen es versuchen. Mal sehn, ob wir eine Chance haben, die Ausschreibung zu gewinnen.

 

31. Mai

Rasant steigende Zugriffszahlen für die Website

Das ist bisheriger Rekord. So viele Seitenaufrufe pro Monat hatte die Website noch nie. Die Google-Analytics-Ergebnisse zu www.sardinein-auf-den-tisch.eu für den Mai 2017 zeigen, dass die Zugriffszahlen auf das Portal rasant steigen. Google-Analytics, das allseits anerkannte Messinstrument für den Erfolg von Internetseiten, verzeichnete für den Mai 2017 weit mehr als doppelt so viele Seitenaufrufe wie für den Mai des letzten Jahres und gut ein Drittel mehr als im April dieses Jahres. Sehr erfreulich. So darf es weitergehen.

1 Kommentar

  1. Da mich mein Beruf und dazu ein ehrenamtliches Engagement in den 90er Jahren häufiger auf die Insel geführt hat, freue ich mich, dass mir eine sardischstämmige Bekannte den Weg auf diese Seite gewiesen hat. Die sardische Küche habe ich in Familien im Westen und Süden der Insel aber auch hoch oben in den Bergen ein wenig kennen lernen dürfen. Ich freue mich darauf, hier noch dazu zu lernen.
    Mit herzlichen Grüßen aus dem Land der Schwaben,
    Jürgen M. Beith
    Präsident der Thalassämiehilfe ohne Grenzen e. V.

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