Pardulas (Formaggelle, Casadinas) – nicht nur zu Ostern eine der leckersten sardischen Gebäcksorten (Dolci sardi)

Zuhause bekommt man Pardulas , wenn überhaupt, meist nur konfektioniert und nicht frisch hergestellt zu kaufen. Mit etwas Geschick kann man sie auch selbst herstellen.

Die Pardulas (italienisiert Pardule) werden auch Formagelle, in manchen Gebieten der Insel auch Casadinas genannt. Sie gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Gebäcksorten (dolci sardi) Sardiniens. Früher nur zu Ostern gebacken sind sie heute das ganze Jahr über erhältlich.

Obwohl die Pardulas in die offizielle Liste der „Traditionellen Produkte“ Sardiniens aufgenommen wurden und somit die grundlegenden Merkmale dieses typischen Gebäcks beschrieben sind, gibt es dennoch kein „Originalrezept“. Obwohl die Zutaten in der Regel überall auf der Insel in etwa gleich sind, gibt es doch regionale Unterschiede. Im Campidano zum Beispiel wird oft Safran, im Sassarese oft Rosinen hinzugefügt und in Nuoro wird statt Ricotta manchmal sehr junger Schafskäse verwendet. Und zudem basieren die konkreten Mengenangaben meist auf der jeweiligen Familientradition.

Das folgende Rezept stammt aus dem Campidano.

Zutaten 

Teig:

  • 400 g feiner Hartweizen-Grieß (semola rimaccinata) oder normales Weizenmehl oder eine 50:50 Mischung aus beidem
  • 50 g Schweineschmalz
  • Wasser
  • 1 Prise Salz

Füllung:

  • 500 gr. frischer Ricotta (möglichst aus Schafsmilch, ansonsten von der Kuh)
  • 3 Eier
  • 120 – 150 g Zucker (je nach Geschmack)
  • abgeriebene Schale von 1 Zitrone
  • abgeriebene Schale von 1 Orange
  • 1 Tütchen (o,3 g) Safran
  • optional 1-2 EL Mehl
  • optional 1 TL Backpulver
Zubereitung
  • Das Mehl bzw. den Grieß (oder die Mischung aus beidem) mit dem Schmalz und einer Prise Salz verkneten und solange lauwarmes Wasser dazu geben und weiter kneten bis ein kompakter, glatter und geschmeidiger Teig entsteht. Den Teig zu einer Kugel formen, in ein Tuch einschlagen und mindestens 30 Minuten lang ruhen lassen.
  • Die Ricotta in einem Sieb gut abtropfen lassen. Die Eier aufschlagen und mit Ricotta, Zucker, Safran und der geriebenen Orangen- und Zitronenschalen (wenn man die Pardulas etwas luftiger mag, ein bis zwei Esslöffel Mehl und etwas Backpulver dazu geben) und cremig rühren.
  • Den Teig dünn ausrollen und Kreise mit einem Durchmesser von etwa 8 cm ausstechen (das geht gut mit einer Tasse). Jeweils ca. 1 Teelöffel Ricotta-Füllung auf die Teigkreise geben, den Teig mit Füllung in die Hand nehmen und den Rand 6- bis 8mal so zusammen kneifen, dass ein kleines sternförmiges Teigschüsselchen entsteht. (siehe Bilder unten).
  • Die Pardulas auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Das Blech in den auf 185 Grad vorgeheizten Backofen geben und die Pardule für ca. 30 Minuten backen bis sie leicht gebräunt sind und die Füllung nicht mehr am Zahnstocher kleben bleibt
Tipp

Die Pardulas schmecken ohne weitere Dekoration schon sehr gut. Aber sie werden oft noch weiter verfeinert. Je nach Geschmack können sie mit Eigelb (vor dem Backen) oder mit Honig (nach dem Backen) bestrichen werden. Oder man dekoriert sie mit bunten Zuckerstreuseln oder streut einfach Puderzucker darüber.

Bilder von der Zubereitung
Anmerkung

a) Die Pardulas, die bei obigem Rezept herausgekommen sind, machen nicht unbedingt eine „bella figura“. Sie sahen nicht schön aus, aber sie schmeckten durchaus gut. Das lag einmal an der noch fehlenden Übung des Kochs und zum anderen an zufiel Ricotta. Letzteres ließ die Füllung sehr platt werden. Im vorgestellten Rezept ist die Ricotta-Mengen natürlich korrigiert worden.

 
b) Das Bild zeigt, wie vielfältig die Pardulas auf Sardinien sein können. Sie sind in einer Pasticeria gekauft, die sich den Spaß erlaubt, ganz unterschiedliche Formaggelle anzubieten. Sie kommen (von links nach rechts) aus Oristano, Cagliari, San Sperate und aus der Pasticeria selbst.

 

 

 

Text und Foto: c) Hans-Peter Bröckerhoff 

Zur Newsletteranmeldung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .