„Sardo 100%“ (Hundertprozentiger Sarde) – Eine besondere Auszeichnung für den Spitzenkoch Pierluigi Fais aus Cagliari

Die Auszeichnung „Sardo 100% 2018“ (Hundertprozentiger Sarde bzw. 100% sardisch) wird von Coldiretti Sardegna (Landwirtschaftskammer Sardinien) verliehen. Sie soll Menschen und Organisationen aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Produktion und Verarbeitung ehren, die sich in ihrem Beruf oder in anderen Aktivitäten für Sardinien und die Sarden besonders verdient gemacht haben.

Da Pierluigi Fais an dem Abend der Preisverleihung, die im Rahmen der Vergabe der diesjährigen Sardinien Food Awards stattfand, verhindert war, nahm sein Vater Giovanni Fais (2. v. r.) den Preis stellvertretend entgegen.

In der Kategorie Gastronomie fiel die Wahl auf Pierluigi Fais, den erst 36 Jahre alten Chef des Restaurants „Josto“ und der Pizzeria „Framento“ in Cagliari. Er bekam die Auszeichnung „für seine Fähigkeit, mit seinen Gerichten dem Geschmack, den Aromen sardischer Produkte sowie der Geschichte der Lebensmittelherstellung in Sardinien Ausdruck zu verleihen.“

Fais, der aus Bonarcado im Monitferru-Gebirge stammt, hat sich schon mit seinem ersten Restaurant „Josto al Domo“ in Oristano einen Namen gemacht. Er ging dann nach Cagliari, wo er zunächst eine außergewöhnliche und sehr erfolgreiche Pizzeria „Framento“ eröffnete, in der er seine Küchenkunst und die Aromen Sardiniens für die Herstellung außergewöhnlich guter Pizzen nutzt und dafür viel Lob bekommt (Sardinien auf den Tisch berichtete darüber). Im letzten Jahr schließlich schuf er zudem mit dem Restaurant „Josto“ einen weiteren Ort in Cagliari, an dem kreative Küche und sardische Produkte zu einem kulinarischen Erlebnis der Extraklasse führen.

Hier zeigt Chefkoch Pierluigi Fais den Gästen eines großen Degustations-Menüs im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Territori del vino e del gusto“, wie die Bottarga aus der Meeräsche entnommen wird.

Gerade die Verbindung von Kreativität in der Küche und traditionellen und vor allem guten und unverfälschten Produkten der Insel war für Coldiretti preiswürdig. Dazu kommt das große Engagement für die sardische Küchentradition, das Fais immer wieder zeigt – sei es als Mitstreiter in der Gruppe von sardischen Spitzenköchen „Cuochi per l’isola“, bei Veranstaltungen, wie gerade wieder bei der Buchmesse in Turin, oder im letzten Jahr bei der Veranstaltungsreihe „Territori del vino e del gusto“ (siehe auch Bild unten) oder bei traditionellen kulinarischen Festen, bei denen er Tradition und Kreativität mit einander verbindet wie beim großen Kichererbsen-Fest (Sagra dei ceci) in Milis.

Die anderen Preisträger

Der Preis wird in drei Kategorien verliehen: Gastronomie, Wirtschaft und Solidarität. Der Preis in der Kategorie Wirtschaft ging an die Käserei Biraghi Spa im Piemont. Das Unternehmen wurde für seine mit sardischen Schafskäse-Produzenten abgeschlossenen fairen und langfristigen Lieferverträge und dafür, den Preisverfall bei Schafskäse nicht  auszunutzen, ausgezeichnet.

Der Preis in der Kategorie Solidarität ging an den Leiter der Musikgruppe Istentales, Gigi Sanna. Er war die treibende Kraft, eine alte sardischer Hirtentradition (genannt Sa Paradura) wieder zu beleben, nach der Hirten ihren Kollegen in anderen Regionen in der Not helfen. Sannas Initiative führte dazu, dass im letzten Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Umbrien 1000 Schafe gespendet und von Sardinien zu den vom Erdbeben betroffenen Schäfern in Umbrien gebracht wurden.

 

Text: Hans-Peter Bröckerhoff

Fotos: Hans-Peter Bröckerhoff (Aufmacher und Bottarga-Entnahme), Sardinien Food Awards (Preisverleihung)

 

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