Logofina

Newsletter Januar 2024

Die Übersichtsseite zum Thema kulinarisches Sardinien auf der Website "SARDEGNA Turismo", einem offiziellen Informations-Portal der Region Sardinen.

Liebe Freundinnen und Freunde der kulinarischen Welt Sardiniens!

Plant Ihr schon Eure diesjährige Sardinienreise? Dann schaut Euch doch auch einmal die Website von SARDEGNA Turismo an. Die Seite gibt es in mehreren Sprachen, auch in Deutsch. Sie wird, ganz offiziell, von der Region Sardinien herausgegeben und hat einen Bereich, der sich mit den kulinarischen Aspekten eines Sardinienaufenthaltes beschäftigt (siehe Screenshot oben). Dieser Teil über den kulinarischen Reichtum Sardiniens ist nicht gänzlich neu, aber doch deutlich überarbeitet und modernisiert. Es lohnt sich, einmal hineinzuklicken.

Auf dieser offiziellen Website gibt es natürlich vor allem einen Überblick und beispielhafte Vorstellungen von sardischen Delikatessen und Gerichten. Es werden verschiedene Themen behandelt wie traditionelle Gerichte, Brot oder Wein. Zu letzterem Thema wird zum Beispiel sehr schön erzählt, dass der Wein nicht etwa von den Phöniziern nach Sardinien gebracht wurde, wie man noch bis vor relativ kurzer Zeit dachte, sondern auf der Insel selbst aus der Domestizierung von Wildreben entstanden ist.
Einer der Unterpunkte der von der Region Sardinien auf Deutsch herausgegebenen Website zum kulinarischen Sardinien.
Auf Erzeuger, Produkte, einzelne Weine, Geschäfte oder Restaurants geht die Website nicht näher ein. Das verbietet die für eine offizielle Seite notwendige absolute Neutralität natürlich. Auch Rezepte werden nicht veröffentlicht. Und auf persönliche Erfahrungen beruhende Reportagen erst recht nicht. Aber für all das gibt es ja SARDINIEN AUF DEN TISCH. Unsere Website soll ganz konkret dabei helfen, eine Sardinienreise auch kulinarisch zu einem Erlebnis der besonderen Art werden zu lassen.

Die Neuausrichtung vor einem Jahr hat den Fokus unserer Website noch stärker auf die Hilfe bei der Entdeckung der kulinarischen Welt Sardinien gelenkt. Dabei ist auch der neue Haupt-Menüpunkt „Genussziele“ (Bildschirmfoto unten) entstanden. Hier sind mittlerweile fast 70 Beiträge hinterlegt. Allein im vergangenen Jahr sind zehn neue Beiträge hinzugekommen.
Überblick-Seite zum neuen Menü-Punkt "Genussziele"
Aber es fehlt natürlich noch viel. Deshalb frage ich Euch: Welche Themen und Fragen sind für Euch bei der Vorbereitung einer kulinarischen Sardinienreise und auch beim Aufenthalt auf der Insel besonders wichtig? Gerne könnt Ihr uns Eure Fragen und Themenwünsche zukommen lassen. (Einfach auf diese Newsletter-E-Mail antworten!) Vielleicht entsteht daraus ja der eine oder andere hilfreiche Beitrag für SARDINIEN AUF DEN TISCH.
Fav'e lardu – großes Saubohnen-Essen zum Abschluss des Karnevals in Mamoiada
Bild- und Video-Reportage vom großen Fav'e lardu-Essen am Karnevalsdienstag in Mamoiada
Als nächstes touristisches Highlight auf Sardinien steht bald der Karneval an. Der wird auch auf der Insel auf sehr unterschiedliche Weise gefeiert. (Dazu gibt es auf der Sardinien-Website pecora-nera.eu meiner Kollegin Nicole Raukamp gleich mehrere sehr lesenswerte Beiträge.) Weil, wie fast immer auf Sardinien, auch der Karneval seine kulinarischen Aspekte hat, gibt es auch bei uns Beiträge dazu: ein großer Bildbericht über die (kulinarische) Sartiglia in Oristano und eine Reportage (mit Videos) über das große gemeinsame Essen der „Fav’e lardu“ (Saubohnen mit Speck) am Karnevalsdienstag auf der Piazza von Mamoiada. Zudem gibt es einige Rezepte, die einen engen Bezug zur Karnevalszeit auf Sardiinen haben: die Zippole sowie die beiden auch für das Menü des Monats (siehe unten) vorgeschlagenen Rezepte, Fatti fritti und Favata.
Sa Sartiglia kulinarisch – 100 Bilder zum Essen und Trinken während des Karnevals in Oristano
Die Sartiglia mit ihren kulinarischen Aspekten in 100 Bildern
Vor dem Karneval findet nächste Woche, am 17. Januar, das Fest des Heiligen Antonius von Abete statt. In mehreren Orten im Inselinneren wird dieses Fest auf ganz besondere Weise gefeiert. Es werden große Feuer entzündet, an denen die Menschen im Ort sich zusammen findend. In Mamoiada konnte ich einmal dabei sein. Meine Reportage "Sant’Antonio in Mamoiada – Große Feuer, traditionelles Gebäck, reichlich Wein und gelebte Tradition" erzählt von den kulinarischen Aspekte dieses archaischen Festes.
Sant'Antonio in Mamoiada – Große Feuer, traditionelles Gebäck, reichlich Wein und gelebte Tradition
Reportage vom Fest des Heiligen Antonius in Mamoiada
Apropos Mamoiada: Dort hat Ende letzten Jahres ein junger Winzer einen bemerkenswerten juristischen Erfolg gegen einen Weltkonzern erstritten. Der erst 23 Jahre alte Mattia Mughittu hatte für sein Weingut und seine Weine ein Markenzeichen entwickelt, das Folgendes zeigt: zwei Ochsen nebeneinander, darunter das rote Zeichen eines Pfluges und darüber die Darstellung der konzentrischen Kreise, die auf der Boeli-Stele, einem Menhir aus der Jungsteinzeit, zu finden sind. Das gefiel dem Energydrink-Giganten Red Bull nicht. Dieser wollte dem Winzer die Nutzung des Etiketts und Markenzeichens wegen "Markenrechtsverletzung und unlauterem Wettbewerb" verbieten. Aber die Richter sahen das nicht so. Das Argument Mughittus, dass die beiden Ochsen die uralte und in Mamoiada teils heute noch praktizierte Arbeit mit dem Ochsengespann im Weinberg symbolisieren, hat wohl überzeugt. David hat über Goliath gesiegt. Solche Nachrichten liest man doch gerne!
Oben das von Red Bull inkriminierte Etikett und unten die Gegenüberstellung de beiden Markenzeichen, die sich angeblich zu ähnlich sein sollten.
Grund zur Freude ist auch eine andere Nachricht. Das Verbot, sardisches Schweinefleisch außerhalb der Insel zu vermarkten, ist schon vor einem Jahr aufgehoben worden. Denn die Afrikanischen Schweinepest ist auf Sardinien weitgehend besiegt. Insbesondere für die ursardischen Schweinerasse „Suino Sardo“ ist das eine sehr gute Nachricht. Die „Razza Sarda“ war vom Aussterben bedroht, da die Schweine dieser Rasse normalerweise frei auf der Weide gehalten werden und dadurch das Risiko des Kontakts mit infektiösen Wildschweinen erhöhte.
Neues Markenzeichen für Produkte aus dem Fleisch des "Suino Sardo" (auch "Razza Sarda" genannt)
Heute bekommt die Zucht dieser Schweine einen neuen Schub. Sie sind die traditionellen Lieferanten der vielfältigen sardischen Wurstwaren und des „Nationalgerichts der Sarden“, des berühmten Porceddu arrostu. Ein kürzlich vorgestelltes Markenzeichen und die Anerkennung des „Suino Sardo“ als Presidio Slow Food sollen der sardischen Schweinerasse zum Erfolg verhelfen (siehe auch den Beitrag dazu).
Wenn das Schweinchen ein echtes "Suino Sardo" ist, schmeckt das "sardische Nationalgericht" gleich noch ein wenig besser.
Ich wünsche Euch, liebe Freundinnen und Freunde des kulinarischen Sardinien, weiterhin einen guten Start ins Neue Jahr und hoffe, dass Ihr auch in diesem Jahr wieder die von uns allen geliebte Insel besuchen könnt – vielleicht ja sogar schon zu Karneval

Euer
Hans-Peter Bröckerhoff

NEUE BEITRÄGE AUF

SARDINIEN-AUF-DEN-TISCH.EU

Sardisches Schwein Suino Sardo

Suino Sardo (Sardisches Schwein) wird Presidio Slow Food

Dunkles Fell, geringe Größe, kurze, kräftige Beine und eine Mähne mit langen Borsten auf dem Rücken: Das ist das Suino Sardo (Sardisches Schwein), das gerade Presidio Slow Food geworden ist, also in die Slow Food-Schutzgemeinschaft für bedrohte Nutz-Pflanzen und -Tiere aufgenommen worden. Es handelt sich beim Suino Sardo um eine robuste Rasse (oft auch einfach Razza Sarda genannt), die vermutlich …

Mehr lesen
Coratella Innereien auf sardische Art

Coratella alla sarda – Lamm-Innereien auf sardische Art

Möchten Sie den Kopf oder die Innereien? Das fragte der Metzger, als ich vor vielen Jahren auf Sardinien zum ersten Mal ein halbes Milch-Lamm kaufte. Ich entschied mich für die Innereien. Denn Coratella alla sarda, Lamm-Innereien auf sardische Art, hatte ich schon gegessen und in guter Erinnerung. Warum sie also nicht einmal selbst auf sardische Art zubereiten? Heute überrascht mich …

Mehr lesen
Überraschend lecker – die sardische Kastaniensuppe mit Bohnen

Überraschend lecker – die sardische Kastaniensuppe mit Bohnen

Was bringt man von einem Besuch der berühmten Sagra delle Castagne in Aritzo mit nach Hause? Natürlich Kastanien. Aber was kann man mit diesen frischen Kastanien zuhause machen, außer sie zu rösten oder roh zu essen? Vielleicht eine sardische Kastaniensuppe? Ja, es gibt auch in der sardischen Gebirgsregion um Desulo, Tonnara und Aritzo traditionelle Rezepte für Kastaniensuppen – wie in …

Mehr lesen

MENÜ DES MONATS

Die Zutaten für die berühmte Favata, den deftigen, winterlichen Bohneneintopf, der in der Regel als Piatto unico gegessen wird, also erster und zweiter Gang gemeinsam ist.

Antipasto / Vorspeise

Aufschnitt (affettati), Käse, Oliven und eingelegtes Gemüse sind typisch für eine winterliche Vorspeise auf Sardinen.

Piatto unico / Erster Gang und Hauptgang

Favata - ein traditioneller Bohneneintopf (nicht nur) zu Karneval

Favata - ein traditioneller Bohneneintopf (nicht nur) zu Karneval

Die Favata kommt traditionell zu Karneval auf den Tisch, wenn man mit Freunden zusammensitzt und auch in Sardinien Kälte und Regen die Lust auf deftiges Essen aufkommen lassen. Als deftiges Winteressen schmeckt sie jedoch auch ausserhalb der närrischen Zeit gut. Die reichhaltige Favata ist eher ein „piatto unico” denn ein „primo piatto“. Wer sich entscheidet, die Favata einmal auszuprobieren, sollte deshalb auf …

Mehr lesen

Dolci / Dessert

Fatti fritti oder Parafrittus – leckeres sardische Gebäck (nicht nur) zur Karnevalszeit

Fatti fritti oder Parafrittus – leckeres sardische Gebäck (nicht nur) zur Karnevalszeit

Die Fatti fritti, oder auf sardisch Parafrittus, werden manchmal auch Ciambelle sarde genannt und sind ein Karnevals-Gebäck. (Sie ähneln ein wenig unseren Berlinern, Kreppel, Krapfen oder Pfannkuchen, wie das deutsche Karnevalsgebäck je nach Gegend genannt wird). Die Fatti fritti werden manchmal mit dem bekanntesten Karnevalsgebäck der Insel, den Zippole oder Zeppole verwechselt. Denn von den Zippole gibt es auch eine Version, die (wie die Fatti …

Mehr lesen
Teilt diesen Newsletter bitte mit Freunden und Bekannten. So wird die kulinarische Welt Sardiniens immer bekannter. (Einfach die Newsletter-E-Mail weiterleiten!)
Ihr könnt auch jeden einzelnen Beitrag bei Facebook, Twitter und anderswo teilen, indem Ihr ihn öffnet und direkt auf die entsprechenden Buttons klicken.
facebook twitter website