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Wie mir die Städtepartnerschaft Nideggen-Orroli zu neuen kulinarischen Erfahrungen und Material für Website und Newsletter verhalf

Es gibt nur zwei Städtepartnerschaften zwischen deutschen und sardischen Gemeinden. Schade eigentlich. Eine davon, die zwischen einem Städtchen in der Nordeifel und einer Gemeinde im Sarcidano, konnte ich in Aktion erleben. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Nideggen-Orroli besuchte eine gut 20-köpfige Gruppe aus dem zwischen Bonn und Aachen gelegenen Nideggen die sardische Partnergemeinde Orroli. Ich hatte die Gelegenheit mich zweimal zu dieser Besuchergruppe hinzu zu gesellen. Einmal am ersten Tag des Besuchs, um die Besichtigung der berühmten Bäckerei Kentos in Orroli mitzuerleben. Und dann noch einmal am letzten Tag des Besuchs, um mit der Gruppe die Nuraghe Arrubiu zu besichtigen und dann im gleich nebenan liegenden Agriturismo Sa Sienda zu essen.

Das offizielle Foto nach der Begrüßungs-Veranstaltung der Besucher-Gruppe mit dem Bürgermeister und anderen Verantwortlichen in der Gemeinde Orroli. Im Hintergrund das Wandbild eines Bürgers von Orroli, der 112 Jahre alt wurde und zu seiner Zeit der älteste Mensch Europas war.

Ideal für einen kulturell-kulinarischen Ausflug ins Innere der Insel

Ich hatte von dem Besuch erfahren, weil der Organisator der Partnerstadt-Reise bei seiner Planung mich nach Restaurants gefragt hatte, die er noch in den Ablauf des Sardinien-Aufenthalts einbauen konnte. Seine Einladung, doch dazu zu stoßen, wenn mich etwas besonders interessierte, nahm ich gerne an. Denn da gab es gleich zwei für mich besonders interessante Programmpunkte.

Die Bäckerei KENTOS interessierte mich schon länger. Schließlich ist sie inselweit bekannt und bekommt mittlerweile nicht nur von Slow Food Höchstbewertungen, sondern auch vom Gambero Rosso. Dessen Bäckerei-Führer zeichnet diese sehr besondere Bäckerei, die nur mit Lievito Madre (Sauerteig) arbeitet, mit drei Broten aus und zählt sie damit zu den besten Bäckereien Italiens. (Ein ausführlicher Artikel dazu hier)

Die Nuraghe Arrubiu, die größer und wahrscheinlich auch bedeutender ist als die bekannte Nuraghe Su Nuraxi in Barumini, hatte ich noch nie besucht. Zudem schien sie mir in Kombination mit dem angrenzenden Agriturismo ein idealer Ausflugs-Tipp im Newsletter, in dem ich ja seit diesem Jahr Ausflugsziele zum Thema „Kultur und Kulinarik“ empfehle.

Ein Besuch der Nurage Arrubiu ist wirklich zu empfehlen, auch wenn man schon die eine oder andere Nuraghe gesehen hat.
Der Agriturismo Sa Sienda, eine kleine Oase der Ruhe und des guten Essens (übernachten kann man hier leider nicht).

Ich fuhr also zweimal von Cabras nach Orroli. Beide Fahrten (jeweils immerhin ca. 100 Kilometer hin und 100 Kilometer zurück) haben sich gelohnt. Nicht nur wegen der Beiträge für die Website und den Newsletter, sondern auch, weil es sehr interessant war, mehr über die Städtepartnerschaft zu erfahren und einen lebendigen Part davon ein wenig mitzuerleben.

Motor dieser Partnerschaft ist der Förderverein Nideggen-Orroli e. V. mit seinem Vorsitzenden Manfred Lock, der auch der Organisator der Reise war. Gegenseitige Besuche von Bürgern und Offiziellen der beiden Gemeinden sind wichtiger Teil dieser Partnerschaft. Sie erfüllen die Partnerschaft mit Leben.

Städtepartnerschaft Nideggen-Orroli bringt auch neue kulinarische Erfahrungen

Diese Bürgerreise nach Orroli hatte, wie kann es in Sardinien anders sein, auch viele kulinarische Aspekte. Die Teilnehmer wurden in und um Orroli natürlich vorwiegend mit der sardischen Inlandsküche konfrontiert. Sie konnten aber in Cagliari auch ein wenig von der sardischen Fischküche kennenlernen.

Städtepartnerschaft Nideggen-Orroli
Gemeinsames Mittagessen im Agriturismo Sa Sienda nach dem Besuch der Nuraghe Arrubiu
Dieses Porchetto war auch für mich eines der leckersten, die ich auf Sardinien bisher gegessen habe.

Eine besondere kulinarische Erfahrung war vielleicht die, dass die Teilnehmer den Unterschied zwischen einem perfekt gegrillten Milchschweinchen und einem eher nachlässig zubereiteten kennenlernen konnten. Denn natürlich wurde bei dem einwöchigen Besuch das „Nationalgericht“ der Sarden, das Porchetto bzw. Porceddu oder Porcheddu, nicht nur einmal, sondern bei mehreren Gelegenheiten serviert. Einmal, am Vorabend meines zweiten Besuchs, bei einem großen Essen im Freien sei es weniger gelungen gewesen, erfuhr ich, was vielleicht der großen Zahl der Gäste geschuldet war. Ansonsten sei es immer gut gewesen. Das letzte gab Porceddu gab es beim Agriturismo Sa Sienda (s. Bild oben). Dort konnte ich mich selbst von der besonderen Qualität überzeugen. Das Schweinchen schmeckte tatsächlich hervorragend.

Text: Hans-Peter Bröckerhoff

Fotos: hpb, Fondazione Petrass, Förderverein Partnerschaft Nideggen-Orroli, Kentos

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Hans-Peter Bröckerhoff
Der Herausgeber dieser Website ist der Journalist und Kommunikationsberater Hans-Peter Bröckerhoff. Er ist zudem Autor des Buches "Die Küche Sardiniens – Ein kulinarisches Erlebnis im Urlaub und zuhause".

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